Audi Q2 im Design Review – Der Audi im Schafspelz oder doch die neue Waffe von Q für James Bond?

Wir schreiben das Jahr 2016. In Rio de Janeiro finden gerade die olympischen Sommerspiele statt. An den Ringen konnte Deutschland nicht besonders Punkten – dafür punkten die Ringe ab dem Herbst, denn da rollt der brandneue Audi Q2 zu den Händlern. Brandneu trifft es hier wirklich sehr zutreffend, da es der erste Audi Q2 überhaupt ist.

Der Audi Q3 macht Platz für eine neue Nische

Warum also das Ganze? Generell wachsen die Fahrzeuge mit jeder neuen Auflage um einige Zentimeter. Und irgendwann haben sie eine Größe erreicht, die es den Marketingstrategen erlaubt ein neues Auto auf den Markt zu bringen, dass unter dem aktuellen Modell positioniert ist. Bleiben wir beim Beispiel Audi: So ist auf jeden Fall unter dem Audi Q3 noch Platz für einen ultrakompakten SUV – den Audi Q2.

Der Audi Q2 ist kein kleiner Audi Q3

Kommen wir zur spannenden Designfrage. Denn hier überrascht mich Audi! In den letzten Jahren waren die Designentwicklungen bei Audi – und das modellübergreifend – eher evolutionär als revolutionär geprägt. Klar ausgesprochen heißt das, dass die Nachfolgemodelle eine große Ähnlichkeit mit den Vorgängern aufweisen. Angeführt sei hier der Modellwechsel beim aktuellen A4. Aber nicht nur innerhalb einer Modellreihe, sondern auch Modellreihen übergreifend ist Audi ein Vorreiter des „Gleichdesigns“. Das führt dazu, dass selbst Autokenner Probleme haben können einzelne Modelle zu unterscheiden.

Audi Q2 Front in Vegasgelb. (c) AUDI AG
Audi Q2 Front in Vegasgelb. (c) AUDI AG

Aber zurück zum Q2. Denn dieser geht einen anderen Weg. Natürlich ist er sofort als Audi erkennbar. Großer Singleframe-Kühlergrill, Scheinwerfer, Rückspiegel… lassen die Herkunft doch recht schnell erkennen. Aber dennoch hat er Elemente, die ich so bei Audi noch nicht gesehen habe. Der Singleframe ist höher und kompakter positioniert. Gerade an den Seiten gibt es ein zentrales konkaves Designelement. Und gerade dieses Element scheint so gar nicht auditypisch. Es erzeugt eine gewisse Unruhe, aber auch Spannung. Auf jeden Fall wirkt es auf den Betrachter polarisierend. Und das hat Audi meiner Meinung nach bei den bisherigen Modellen eher vermieden.

Ein neues Designelement – Die Blades

Dann gibt es noch die Blades. Diese bilden die C-Säule und sind zugleich ein weiteres Designelement. Für die Praktikabilität vielleicht nicht ganz optimal, weil hier eine weitere durchaus wichtige Fensterfläche verschwindet, bilden die Blades das – je nach Geschmack – auffälligste Designelement.

Audi Q2 Seite in Quantumgrau. (c) AUDI AG
Audi Q2 Seite in Quantumgrau. (c) AUDI AG

Diese lassen sich in verschiedenen Farben bestellen. Somit hat der Kunde es selbst in der Hand, ob sich die Blades an das farbliche Konzept anpassen oder eben einen Kontrast darstellen. Die Idee ist allerdings bei Audi nicht ganz neu, denn auch der Supersportler Audi R8 verfügt über das Designelement von farblich abgesetzten seitlichen Flächen.

Audi Q2 Heck in Vegasgelb. (c) AUDI AG
Audi Q2 Heck in Vegasgelb. (c) AUDI AG

Das Heck ist vielleicht die unspektakuläre Seite des Q2. Unspektakulär, weil es dem Betrachter auf vertraute Weise bekannt vorkommt. Ich habe mich am Anfang an das Heck eines VW Polo (Modell 6C) erinnert gefühlt. Aber auch im Hause Audi kann man einen Designähnlichkeit entdecken. Man schaue sich das Heck des dreitürigen A3 (Modell 8P) an und – zugegeben mit etwas Fantasie – kann man hier durchaus Parallelen erkennen. Aber letztendlich ist das Heck eben eins: Unspektakulär.

Das Cockpit und der Innenbereich

Das Cockpit ist wie das restliche Interieur an dem des Audi A3 angelehnt. Wobei die Verarbeitung hier und da nicht auf dem ganz hohen Niveau des A3 liegt. Dafür wurden ihm modernere Spielereien aus dem Konzernbaukasten spendiert, wie z. B. das virtuelle Cockpit. Auch hier setzt Audi voll und ganz auf die persönliche Individualisierung.

Audi Q2 Cockpit Sport. (c) AUDI AG
Audi Q2 Cockpit Sport. (c) AUDI AG

Alle möglichen Intarsien und Anbauteile lassen sich in verschiedenen Farben, Materialien und Ausführungen zusammenstellen. Mir persönlich ist das etwas zu bunt, aber es gibt auch die klassischen dunklen oder metallenen Farbvarianten.

Eine wirklich nennenswerte Besonderheit sind die illuminierten Interieurleisten auf dem Armaturenbrett und an der Mittelkonsole. Diese decken nicht wie sonst üblich eine Beleuchtungseinheit ab, die darunter eine indirekte Beleuchtung erzeugt, sondern leuchten selbst aus sich heraus. Hier wurde das Material an den entsprechenden Stellen transparent gemacht, so dass das dahinter befindliche Licht durchscheinen kann. Wie heute üblich, lässt sich das Licht in diversen Farbnuancen einstellen. Alles eben ganz nach dem persönlichen Geschmack.

Für wen ist der Audi Q2 gedacht?

Der Audi nimmt den Trend kompakter SUVs auf und verpackt den Q2 als ultra hippen Großstadtflitzer. Audi selbst spricht vom „polygonalen“ Design und „kraftvoll-kantigen Look“. Mit seinem frischen Design und seinen zahlreichen Individualisierungsoptionen spricht er zum einen eine jüngere Käuferschicht an. Auf der anderen Seite ist es aber eben auch ein klassischer Audi: Knackiges Handling durch die serienmäßige Progressivlenkung, Quattro-Antrieb, zahlreiche Assistenzsysteme, eine hohe Funktionalität, weit öffnenden Türen, eine sehr gute Übersicht, ein für die Fahrzeuggröße mit 405 Litern recht großen Kofferraum und natürlich zahlreiche Features, die es direkt aus der Oberklasse in den Q2 geschafft haben, wie z. B. Head-up-display oder virtual cockpit. Und damit weit mehr als einfach nur ein weiterer Hipster auf deutschen Straßen.

Details zum Marktstart und der Edition #1

Alle Interessierten haben bereits seit dem 14. Juli die Möglichkeit den Wagen zu konfigurieren und zu bestellen. Die Auslieferung startet dann ab dem Herbst 2016. Die Preise beginnen aktuell bei 24.900,- € für einen 1.4 TFSI und natürlich wie bei Audi üblich nach oben quasi offen. Ähnlich zu den Mercedes „Edition 1“ Modellen, gibt es auch für den Q2 ein Marktstartsondermodell: Den „Edition #1“.

Audi Q2 Front und Seite in Quantumgrau. (c) AUDI AG
Audi Q2 Front und Seite in Quantumgrau. (c) AUDI AG

Namentechnisch hätte ich mir zwar gewünscht, dass sich die Editionsmodelle von Audi und Mercedes etwas mehr unterscheiden, aber dafür hat die Audivariante durchaus interessante Ausstattungsdetails zu bieten: S line Exterieurpaket, Anbauteile in Manhattangrau, Außenlackierung Quantumgrau, 19-Zoll-Räder, LED Scheinwerfer, Ambiente-Lichtpaket uvm. Preise für das Sondermodell hat Audi noch nicht bekannt gegeben. Somit ist abzuwarten, welchen Preisvorteil das Sondermodell tatsächlich verspricht. Ich vermute, dass es hier auch nicht um einen attraktiven Preis, sondern vielmehr um ein besonders prestigeträchtiges Fahrzeug geht.

Fazit

Audi geht mit dem Q2 keinen revolutionären aber immerhin einen sehr eigenständigen Weg. Dabei ist der Wagen mehr, als ein weiterer urbaner Hipster. Er hat eigentlich für jeden Geschmack etwas zu bieten. Ein sehr eigenständiges und durchaus extrovertiertes Äußeres, hochwertige Verarbeitung im Innenbereich mit zahlreichen Möglichkeiten sich individuell auszutoben, modernste Assistenzsysteme, fortschrittliche und vor allem sehr erwachsene Technologie bei Antrieb und Fahrwerk.

Was die Konkurrenzsituation angeht, wird gerne der Mini Countryman genannt. Wobei ich glaube, dass man diese beiden Fahrzeuge trotz ähnlicher Größen- und Preisgestaltung nicht komplett miteinander vergleichen kann. Ihre Philosophien sind meiner Meinung nach einfach zu unterschiedlich. Der Mini ist hipper, der Audi erwachsener. Eine gute Figur machen beide. Bleibt nur nich die Frage wer den besseren Fahrspaß vermittelt. Und hier legt der Mini die Messlatte traditionell ganz hoch.

Was haltet ihr vom neuen Audi Q2? Wer ist ihn schon gefahren? Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare.

Hier geht es direkt zur Audi. Dort könnt ihr den Q2 auch konfigurieren.

Das Medienmaterial wurde mit freundlicher Unterstützung von der AUDI AG zur Verfügung gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.